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Mittwoch, 07. Juli 2010 um 22:58 Uhr

Klassik im Maschinensaal: Technik gegen Gefühl? Mitnichten! Wer am Donnerstag Zeuge des Klassikabends der KULTA20|10 wurde, wird bestätigen, dass es wohl keinen besseren Ort auf dem KULTA-Gelände gibt, um diesen beiden Aufführungen den passenden Rahmen zu bieten. Um 18 Uhr begann der Abend mit „Liedern, Arien und Duetten aus verschiedenen Jahrhunderten“. Christiane Scheetz begleitete an Cembalo und Klavier die Sopranistin Jeannette Rasenberger sowie die Mezzosopranistin Karin Lasa. Sie führten das Publikum auf einen Streifzug durch ca. 400 Jahre Musikgeschichte. Bach, Händel, Gluck, natürlich Mozart, aber auch Bernstein sind nur einige der Komponisten, deren Stücke man hören durfte. Wem das nicht ausgereicht haben sollte, der durfte sich zusätzlich von den sympathisch erzählten Geschichten um die einzelnen Stücke begeistern lassen. Egal ob Solo oder Duett, im Zusammenspiel mit Cembalo oder Klavier erzeugte diese Aufführung eine Gänsehautatmosphäre, die man sonst nur aus sakralen Räumen kennt.

Im Anschluss daran wurde zu einer weiteren Reise geladen: Annelie Schaller (Violine) und Mitko Avdev (Gitarre) nahmen die Zuhörer mit auf eine „Zeitreise durch Stile und Epochen für Violine und Gitarre“. Wie schön die perlende Gitarre Avdevs oder die zauberhafte Violine Schallers, in der Akustik des Maschinensaals wirkten, lässt sich kaum in Worte fassen. So war es auch kein Wunder, den ein oder anderen verträumten Blick im Publikum zu entdecken und als Fazit bleibt: Klassische Musik in diesem Ambiente ist eine erhebende Erfahrung.

 
Sonntag, 04. Juli 2010 um 12:19 Uhr

Der KULTA-Mittwoch

Am Mittwoch um 11 Uhr besuchten „Die kleinen Leute von Swabedoba“ (Grundschule Zeesen) den Maschinensaal des Senderhauses 1. Empfangen wurden sie von fröhlichen Kindern aus diversen Kitas der Umgebung, die sogleich von dem spannenden Märchen um Geben und Nehmen in ihren Bann gezogen wurden. Ein großes Lob an das Ensemble und ihre betreuende Lehrerin Frau Schulze, denen, genau wie bei der letzten KULTA, eine überraschend professionelle Aufführung gelang. (inklusive selbst gebastelter Kostüme und Kulissen).

Auch wenn das Programmheft bis zum Abend Stille versprach, war es alles andere als ruhig auf dem Funkerberg: Der Abend warf  seine Schatten voraus, denn LIEDER MACHT!, das von KULTA20|10-Schirmherr Eric Fish initiierte Liedermacherfestival stand auf dem Programm. Die OpenAir-Bühne vor Senderhaus 2 wurde auftrittstauglich hergerichtet, der Platz wurde bestuhlt und vieles mehr musste erledigt werden, um den Abend für alle, egal ob auf, vor oder neben der Bühne, angenehm zu gestalten. Als dann ab 19 Uhr die ersten Besucher den Berg herauf geschlendert kamen, war klar, das auch das Fernsehen (ZiBB vom rbb war mit einer live-Schaltung vor Ort) etwas zu berichten hatte: Schließlich wurden drei hochkarätige Künstler (Wanda Thot, IC Falkenberg und natürlich Fish & Friends) erwartet, um den herrlichen Sommerabend mit entsprechend schöner, ruhiger, zum mitfühlen und nachdenken anregender, handgemachter Musik zu krönen.

 

In der Abendsonne begann Wanda Thot die Zuhörer sofort in ihren Bann zu ziehen. Mit ihrer wunderschönen Stimme verzauberte sie durch selbstgeschriebene Songs und Neu-Interpretationen. So war es kein Wunder, dass Initiator Fish sich dem Wunsch des Publikums gerne beugte und den Zeitplan, Kraft seines Amtes „eigenmächtig“ verschob. Die vom Publikum geforderten Zugaben durften schließlich nicht ungehört bleiben: „Als ich fortging“ sorgte schließlich für Gänsehaut bei etwa 250 Zuhörern.

Nach kurzer Umbaupause, betrat das nächste Highlight die Bühne: IC Falkenberg kam mit seinem langjährigen Wegbegleiter Michael Lehrmann nach KW und hatte sofort ein „Heimspiel“. Viele Besucher waren auch gekommen, um sich davon zu überzeugen, dass der ehemalige Sänger der Stern Combo Meißen es immer noch drauf hat. Natürlich gelang ihm das spielend. Eine Stunde Songs für Herz und Verstand während die Sonne hinterm SH2 unterging: kein Regisseur hätte das besser in Szene setzen können.

Schließlich betrat der Macher des Abends die von einigen Kerzen und weichem Licht erleuchtete Bühne. Der von vielen erwartete Schirmherr der KULTA20|10 Eric Fish, begleitet von seinen Freunden vollendete den ohnehin schon schönen Abend. Persönliches, Menschliches, aber auch Kritisches wird in seinen Liedern angesprochen. So erfuhr man, dass die Bedeutung LIEDER MACHT! sich nicht darauf beziehen dürfe, dass alle Liedermacher an die Macht dürften. Mit Bezug auf die ebenfalls am Mittwoch stattfindende Bundespräsidentenwahl meinte Fish: „Es gibt da einen vierten „Kandidaten“, einen Liedermacher für Rechte. Für den gilt das Motto nicht!“  Für wen die Aufforderung aber gilt wurde zum Abschluß des Abends deutlich, als sich alle teilhabenden Künstler zum Finale auf der Bühne versammelten und gemeinsam den Abschlußsong bestritten. Wanda Thot, IC Falkenberg,  Eric Fish, das Publikum und alle hinter den Kulissen hatten schließlich einen wunderbaren Abend und wurden, in Anlehnung an das Projekt des Zernsdorfers, zu „Fish and Friends“.

 
Samstag, 03. Juli 2010 um 12:11 Uhr

Der KULTA-Dienstag

Jugend war das Stichwort des Dienstags der KULTA-Woche.  Er begann mit dem Programm der Grundschulen. Professionell wie die Großen bespielten sie die Bühne des Maschinensaals. Dazu hatten die KULTA-Macher die Kitas der Stadt und der Umgebung eingeladen, welche zahlreich erschienen. So erfuhren die Kleinen, wie Manitu lesen lernt, besuchten „Die Schule der Träume“ oder ließen sich von der musikalischen Interpretation des Märchens um die „Bremer Stadtmusikanten“ mitreißen. Zwischen den Aufführungen wurde die Wiese vor dem Senderhaus 1 mit Leben gefüllt, wobei besonders der Eiswagen und die Hüpfburg im Zentrum des Interesses lagen. So war der Tag für die „ganz Jungen“ rundum gelungen.

Der Abend widmete sich der Jugend in anderer Weise: „Meine Herrn“ begeisterten die Jungen, Junggebliebenen und jene die sich an ihre Jugend erinnern wollten. Die Gassenhauer vergangener Zeiten im passenden Ambiente: Sänger und Schauspieler Jan Damitz begrüßte das Publikum mit den Worten „Es ist unglaublich wie schön dieser Saal ist. Ich freue mich jedes Mal darauf hier spielen zu dürfen.“  „Kann denn Liebe Sünde sein“ , „Das Lied von der Krummen Lanke“ und „Was macht denn der Mayer am Himalaya“ waren nur einige der vielen Evergreens des Abends. Natürlich durfte auch „Ich wollt ich wär ein Huhn“ nicht fehlen. Abgerundet wurde der Auftritt durch unterhaltsam erzählte Geschichten und Anekdoten um die Entstehung der Lieder. Egal ob 17 oder 70, egal ob auf oder vor der Bühne, an diesem Programm hatten alle ihren Spaß.

Schließlich trug WELLE370 dazu bei, dem Abend einen würdigen Abschluss zu verleihen: Eine Stunde live-Programm mit Moderator George. Hier konnte man die Lieder des Meine-Herrn-Programms nocheinmal in ihren Originalaufnahmen hören. Dazwischen erzählte der Moderator Spannendes und Interessantes aus den Kindertagen des Rundfunks.

 
Donnerstag, 01. Juli 2010 um 09:16 Uhr

Der KULTA-Montag

Nach dem aufregenden Startwochenende der KULTA20|10 stand der Montag ganz im Zeichen schulischer Bühnenpräsenz. So startete am Nachmittag der Nachwuchschor der Paul-Dessau-Schule Zeuthen mit einer überzeugenden Aufführung. Es wurde Klassisches und Modernes geboten. Schließlich konnte man sogar das erleben, wie eine einzelne Geige den Maschinensaal zum Schwingen bringen kann. Der Abend würde von den Theatersportlern vom Friedrich-Schiller-Gymnasium KW im wahrsten Sinne des Wortes „bestritten“: zwei Teams („rot“ und „weiß“) traten gegeneinander an, das Publikum mit improvisiertem Theaterspiel zu begeistern. Geleitet von der Spielleiterin, genannt „Pommes“, mussten die Teams auf Zuruf Personen darstellen, sich an fremde Orte begeben oder ganze Szenen spontan entwickeln. Spätestens als, Stubenrauschvorsitzender Ludwig Scheetz dargestellt wurde, hatten „Pommes rot-weiß“ die Lacher auf ihrer Seite. Im vollen Maschinensaal war schließlich niemand mehr zu finden, der Theatersport nicht für eine begeisternde Idee gehalten hätte. Welches Team den „Wettkampf“ eigentlich gewonnen hatte, spielte daher auch keine allzu große Rolle. Denn ein Gewinn für die KULTA war diese Aufführung allemal.

 
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